Begriffsbestimmung:


mittelniederdeutsch: Börnsteen - „Brennstein“
lat.: electrum - „hell, glänzend, strahlend“

Chemische Zusammensetzung:
 73,7 - 78,6 % Kohlenstoff, 9,5 - 10,5% Wasserstoff, 10,5 - 16,2 % Sauerstoff und 0,1 - 0,4 % Schwefel
Dichte: 1,05 bis 1,1 g/cm3
Härte nach Mohs: 2 - 2,5
Schmelzpunkt: zwischen 290 und 384 °C
Farbe: hellgelb bis schwarzbraun, undurchsichtig bis durchsichtig
brennbar
beim Reiben negativ elektrisch

Vorkommen:

Deutschland, Polen, Russland, Litauen, Österreich, Schweiz, Dominikanische Republik, Jordanien, Libanon, Madagaskar, Spanien, Ungarn, Portugal; Frankreich, Rumänien, Peru, Costa Rica

Der Bernstein ist ein verfestigtes, fossiles Harz von Nadelbäumen und der chemischen Struktur nach ein Polyester aus Harzsäuren (v. a. Abietinsäure) u. a. Säuren (darunter Bernsteinsäure).
Er ist bis zu 260 Millionen Jahre alt und als Schmuckstein sehr beliebt, obwohl es sich streng genommen gar nicht um einen Stein handelt, da Bernstein weder ein Mineral, noch ein Stein ist.
Es wird unterschieden zwischen Seebernstein bzw. maritimen Bernstein, der also aus der Ost- und Nordsee gewonnen wird, sowie dem Erdbernstein, der in der Erde lagert.
Gewonnen wird er vor allem durch den Abbau im Tagebau, aber auch durch Netzfischerei und seid 2016  im einzigsten Bernsteinsee bei Bitterfeld in der Goitzsche. In einer Tiefe zwischen 22 und 28 Meter.

Wichtige Begriffe:


Inkluse: Einschluss tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Der Wert einer Inkluse richtet nach der Erhaltung, der Seltenheit und der Klarheit des Bernsteins.

Kopal: Junger, halbfossiler Bernstein, ca. 100 000 Jahre alt, enthält wesentlich häufiger Inklusen als Bernstein. Kopal hat außerdem einen tieferen Schmelzpunkt und ist deutlich weicher.

Sternhaare: Höchstwahrscheinlich von Eichen stammende, winzige, sternförmig verzweigte Pflanzenhaare. Diese sind charakteristisch und kommen ausschließlich ím Baltischen und Bitterfelder Bernstein vor.

Pressbernstein: Autoklavierter Bernstein, d.h. im Autoklaven werden mittels Druck und Hitze Schleifreste und Bernsteinsplitter zu einem größeren Stück zusammengefügt. Auch ein Verfahren um getrübten Bernstein aufzuklaren.

Geklärter Bernstein: Auch „klar gekochter Bernstein“. In Leinsamen- oder Rüböl wird ein trüber Bernstein erhitzt, wodurch Luftbläschen entweichen.

Flussformen:


Schlauben: Durch das Übereinanderfließen mehrerer Harzschichten sind Grenzflächen sichtbar, die sog. Schlauben. In diesen Steinen kann man am häufigsten Inklusen finden, da sich hier mit jeder neuen Harzschicht ein Insekt verfangen konnte.

Tropfen/ Zapfen: Diese Form findet man seltener, typisch ist eine abgeflacht rundliche Perlenform, manchmal auch im Bernstein (weitere Harzschichten sind um den Tropfen herum) oder als Stalaktittropfen (lang gezogen).

Bastard: Diese haben eine gelblich weiße bis ockergelbe Farbe, da sie von unzähligen Blasen getrübt und damit undurchsichtig und milchig sind.

Knochen: Hier sind so viele mikroskopisch kleine Blasen eingeschlossen, dass der Stein milchig weiß aussieht. Diese Steine enthalten keine sichtbaren Inklusen.

Flomen: Diese Erscheinungsform ist relativ klar, sind aber von vielen mittelgroßen Blasen deutlich getrübt.

Farben:


Der Bernstein hat mehr zu bieten, als die dem Laien bekannte honiggelbe und bräunliche Farbe. Von weiß über rötlich bis hin zu tiefschwarz, ja sogar in blau (sehr selten!) ist er zu finden.
Allerdings kann autoklavierter Bernstein auch künstlich verfärbt werden.